Heiliger Geist? Pfingsten? Hmh?!
Der Heilige Geist schillert. Auf der ersten Seite der Bibel schwebt er über den Wassern der Urmeere. Dann überfällt er einzelne Menschen und befähigt sie, im Namen Gottes zu sprechen und zerbrochene Herzen zu verbinden. Ein Pofet spricht davon, dass am Ende der Zeit der Heilige Geist au alte und junge Menschen fallen und ihnen Visionen schenken wird. In der Pfingstgeschichte heißt es: Das, was bislang versprochen wurde, ist jetzt passiert.
Der Heilige Geist schafft es irgendwie, dass wir glauben und im Glauben wachsen und Dinge tun, die wir uns selbst nie getraut hätten. Der Heilige Geist ist der heiße Draht nach oben. Ein himmlischer Energieschub, frei nach dem Motto: Auf die Dauer hilft nur power. Er ist einer, der unsere inneren Wunden kennt und heilt. Einer, der alle Menschen, die glauben miteinander verbindet. Trotz unterschiedlicher Meinung sind sie „eines Geistes“.
Ich finde, wir könnten mal wieder ein richtiges Pfingsten gebrauchen. So wie damals. Mehr Geist wäre schon gut. Hier bei uns im Weserbergland. In unseren Gemeinden. In mir und in dir. Dass der Heilige Geist in uns wirkt, dem Glauben neue Kraft gibt und die Gemeinschaft untereinander stärkt. Da kann ich nur sagen: Komm, Heiliger Geist. Wir brauchen dich. Gerade jetzt.
Mein Lieblings-Pfingst-Gebet ist über 800 Jahre alt, ein evergreen. In geistlichen Dingen gilt oft: Je oller, je doller. Stephen Langton war Erzbischof von Canterbury und damit Leiter der englischen Kirche. Er schrieb ein Gebet, das im Grunde genommen wie ein Dalli Klick ist. Jede Strophe zeigt ein bisschen mehr. Es entsteht ein wundervolles Bild vom Heiligen Geist. Die Sprache ist alt, der Inhalt ist neu:
Komm herab, o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt. + Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt. + Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not. + In der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod. + Komm o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund. + Ohne dein lebendig Wehn, kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein, noch gesund. + Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du, wo Krankheit quält. + Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt. + Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut, deine Gaben zum Geleit. + Lass es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn und der Freuden Ewigkeit. Amen. Halleluja.
Alles Gute. Gottes Segen Ihnen und Euch allen. Ingo Wiegmann
PS: Wer dieses alte Gebet in neuer Form hören und sehen will, kann das Video „Wie ein Brausen des Himmels“ auf YouTube anschauen.